Arbeitskreis: Innovative Energieanwendungen

Auszug aus dem Tätigkeitsbericht 2018

Innovative Energieanwendungen, ob für die Versorgung von Wohnquartieren, von Einfamilienhäusern oder von Mehrfamilienhäusern, stellen einen Schlüssel zum Gelingen der Energiewende dar. Das Zusammenspiel der Erdgas- und Stromnetze ist gefragter denn je, um den Herausforderungen der Zukunft gerecht zu werden.

Gas und Strom muss mehr und mehr regenerativ erzeugt und zum Kunden geliefert werden. Wärmeanwendungen könnten in Sommermonaten direkt mit PV-Strom bedient werden. Im Winterhalbjahr sind KWK-Lösungen für die Wärme- und Stromerzeugung vor Ort erste Wahl. In beiden Fällen können Batteriespeicher die regenerative Energieversorgung deutlich steigern.

Aber bei aller Begeisterung für technische Lösungen muss weiterhin der Kunde im Mittelpunkt unserer Überlegungen stehen. Er wird neue innovative Energieanwendungen nur annehmen, wenn diese bezahlbar sind und bleiben.

Deshalb bleiben altbewährte Lösungen, wie die Umstellung von alten Ölheizungen bzw. die Sanierung von Erdgas-Niedertemperaturheizungen auf moderne Erdgas-Brennwertheizungen, ein Mittel der ersten Wahl, um den CO2 -Ausstoß der Heizungsanlagen um bis zu 50 % zu reduzieren.

Der Markt wird nur Lösungen annehmen, die sicher, umweltschonend und bezahlbar sind. Diese Lösungen aufzuzeigen und ins Bewusstsein zu bringen, steht im Mittelpunkt der Arbeit des Arbeitskreises (AK) Innovative Energieanwendung.

In 2018 hat sich der AK zu zwei Sitzungen getroffen:

Im Frühjahr war der AK zu Gast bei Fa. Wolf in Mainburg. Schwerpunkt der Sitzung war die Wärmeversorgung im Mehrgeschossbau mit BHKW, Spitzenlastkessel und Wohnungsstationen. Weitere Themen waren u. a. Schornsteinfeger-Dienstleistungen zur Steigerung der Energieeffizienz von Wohngebäuden.

Um einen Vergleich von Solarthermie zur direkten Nutzung von überschüssigem PVStrom zur Wärmeerzeugung innerhalb des Hauses im Rahmen der EnEV bzw. künftig des GEG darzustellen, wurde ein Gutachten bei Prof. Oschatz in Auftrag gegeben. Leider hat dieser Ansatz bisher in der EnEV keine Berücksichtigung gefunden und wird von der KfW nur in Kombination mit einer Wärmepumpe anerkannt. Dennoch kann in der Kombination Gasbrennwerttechnik, Lüftungsanlage, PV und Abluftwärmepumpe der Effizienzhaus 55 Standard einfach und preiswert erreicht werden.

Auf Einladung des scheidenden Vorsitzenden Uli Wenge fand die Herbstsitzung im Effizienzhaus Hansemann in Dortmund statt. Brennstoffzellenlösungen für den Wohnungsbau sowie die Gasversorgung in Neubaugebieten waren bei dieser Sitzung die Topthemen. Alternativen hierzu stellen „kalte“ Nahwärmenetze dar und wurden im Rahmen der Sitzung ebenfalls diskutiert. Diese Themen sollen in 2019 unter folgenden Fragestellungen weiter vertieft werden.

Welche Netzarten sind denkbar?

Welche Hybridlösungen sind technisch sinnvoll?

Welche Wärmepreise ergeben sich daraus?

Werden diese Wärmepreise am Markt akzeptiert?

Weitere Themen waren: Kleinanlagencontracting für Wohnraumlüftungen und/oder Heizungen sowie Contracting mit Einsatz von Gaswärmepumpen für Unternehmen mit klimatisierten Showrooms und für Unternehmen mit Prozesskühlungen. In der nächsten AK Sitzung sollen daher folgende Fragen vertieft werden:

Gibt es dafür einen Markt und welche Lösungsansätze kann die Gaswirtschaft liefern?

Im November traf sich zudem die „Arbeitsgruppe Niedrigenergiehaus mit Erdgas“ in München. Verschiedene Lösungsansätze wurden diskutiert und die Berechnungspfade für verschiedene Lösungsansätze festgelegt.

Personelles:

Nach mehr als 12 Jahren hat Uli Wenge den Vorsitz im AK abgegeben. Er hat zum Ende des Jahres 2018 seinen wohlverdienten Ruhestand angetreten. Für seine sehr lange und sehr engagierte Arbeit im AK sind wir zu großem Dank verpflichtet. In der Sitzung in Dortmund wurde Helmut Kaumeier zum Neuen Vorsitzenden des AK sowie Norbert Saup zum Stellvertreter gewählt.

Ansprechpartner:
Ulrich Wenge
Dortmund