Arbeitskreis: Brennstoffzellen

Auszug aus dem Tätigkeitsbericht 2020

Der Arbeitskreis ist eine Plattform zum Informations- und Ideenaustausch. Im Arbeitskreis werden aktuelle energiewirtschaftliche Rahmenbedingungen, technische Neuentwicklungen und Geschäftsideen diskutiert. Die Anregungen aus dem Arbeitskreis werden durch die ASUE-Geschäftsstelle als Stellungnahmen, Broschüren oder Veranstaltungen in Richtung Anwender und Politik übermittelt. Der Arbeitskreis wird seit dem Jahr 2017 von Dr. Georg Klene von den Stadtwerken Lemgo oder seinem Stellvertreter Gerhard Neuhaus von der DEW 21 geleitet.

Die Arbeitskreistreffen mussten coronabedingt in den digitalen Raum verlegt werden. Spannend war das Jahr 2020 allemal, da der Gesetzgeber für ausreichend Diskussionsstoff hinsichtlich der energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen durch Änderungen an KWKG, GEG, BEHG, EEG und BEG gesorgt hat. Die Vorstellung interessanter Firmen und Produkte und die Mitarbeit an verschiedenen AUSE-Broschüren hat auch im digitalen Format gut funktioniert. Die Mehrheit der AK-Mitglieder schätzt den persönlichen Austausch jedoch sehr, sodass wir hoffen, dass es 2021 eine Präsenzveranstaltung geben wird.

Das GEG, das ab dem 1. November 2020 gilt, bringt mit der Anrechnung von Biomethan beim Einsatz in KWK-Anlagen mit einem Primärenergiefaktor von 0,5 neue Möglichkeiten in der Objekt-, Areal- und Fernwärmeversorgung. In Gasbrennwertkesseln eingesetztes Biomethan ist nun auch mit 0,7 ansetzbar.

Der durch das BMWi im Jahr 2019 initiierte KWKG-Stakeholder Prozess wurde nicht zu Ende geführt. Stattdessen wurden KWK-relevante Änderungen im Rahmen des Koh-leausstiegsgesetzes umgesetzt. Die im Juli beschlossenen Änderungen wurden Ende des Jahres mit der EEG-Novelle teilweise wieder abgeschafft. Planungssicherheit gibt es bis heute nicht, da das KWKG noch immer unter Vorbehalt der beihilferechtlichen Genehmigung steht. Grundlegende Änderungen sind in der ASUE-Broschüre „KWKG 2020 in Zahlen“ zusammengestellt.

Besondere Relevanz für die KWK-Anlagen hat das neue Bundesemissionshandelsgesetz (BEHG). Die für den Brennstoff gezahlte CO2-Abgabe kann nur auf der Wärmeseite an den Kunden weitergegeben werden, da die Vergütung des Stroms marktorientiert erfolgt. Im Ergebnis bedeutet dies eine wirtschaftliche Verschlechterung für KWK-Anlagen, insbesondere gegenüber der reinen Gaskesselversorgung. Im Rahmen eines Gastvortrages stellte sich die Firma kraftwerk Kraft-Wärme-Kopplung GmbH aus Hannover vor, die mit ca. 80 Mitarbeitern inzwischen mehr als 2.000 KWK-Anlagen im Leistungsbereich 8 bis 50 kWel im Markt hat. In der anschließenden Diskussion stand insbesondere die zukünftige Auslegung von BHKWs und Speichern mit der Laufzeitbegrenzung 3.500 Vbh/a im Fokus.

Der Vorsitzende zeigte virtuell aus Lemgo, wie mit Hilfe einer Wärmepumpen-KWK-Anlagen-Kombination erneuerbare Wärme aus dem Abwasser des örtlichen Klärwerkes gewonnen wird. Ziel des Verbundprojektes zischen Stadt und Stadtwerken ist es, den historischen Stadtkern in Lemgo klimaneutral mit Fernwärme zu versorgen. Der Arbeitskreis wird sich auch in Zukunft mit den insbesondere durch den Gesetzgeber getriebenen Marktveränderungen auseinandersetzen und nach Möglichkeiten suchen, Brennstoffzellen und BHKW wirtschaftlich einzusetzen – denn eines steht fest: Die KWK ist das Urgestein der Sektorenkopplung, aufgrund ihrer Flexibilität aus der zukünftigen Versorgungslandschaft nicht weg-zudenken und Motor für den Bau der dringend benötigten Wärmenetzinfrastruktur.

Ansprechpartner:
Dr. Georg Klene
Lemgo