Innovationspreis für umweltschonende Mobilität: Erdgas im Verkehr
Preisträger
Erdgas-Zapfpistole für Einhand-Bedienung
Preisträger
Dotierung: 15.000 EUR
Am 19. Oktober 2004 wurden in Berlin im Rahmen
einer Festveranstaltung die Gewinner des
Innovationspreises der deutschen Gaswirtschaft
2004 bekannt gegeben. Diese Auszeichnung
wird für herausragende Leistungen zur Einsparung
von Energie und zur Steigerung der Energieeffizienz
vergeben. Der mit insgesamt 50.000
Euro dotierte Preis wird alle zwei Jahre von der
ASUE Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und
umweltfreundlichen Energieverbrauch e.V. ausgelobt
und steht unter der Schirmherrschaft des
BGW Bundesverband der deutschen Gas- und
Wasserwirtschaft e.V. sowie des DVGW Deutsche
Vereinigung des Gas- und Wasserfaches
e.V.
Der Preis gliedert sich in zwei Kategorien. Neben
dem Innovationspreis für Planung, Forschung
und Entwicklung wurde der Innovationspreis
für zukunftsweisende Mobilität: Erdgas im
Verkehr gemeinsam mit dem ADAC Allgemeiner
Deutscher Automobil-Club e.V. ausgelobt.
Der mit 15.000 Euro dotierte Preis dieser Kategorie
ging an die Firma WITT-Gasetechnik
GmbH & Co. KG aus Witten für die Entwicklung
einer neuen Erdgas-Zapfpistole.
Erdgas wird in den nächsten Jahren auch als
Kraftstoff immer mehr an Bedeutung gewinnen.
Die Gründe dafür liegen vor allem in den geringeren
Umweltbelastungen, die es im Vergleich
zu herkömmlichen Flüssigkraftstoffen mit sich
bringt. So verursacht ein Erdgas betriebener
Pkw, bezogen auf einen gleich starken Benzin-
Pkw, bis zu 25 Prozent geringere Kohlendioxid-
Emissionen, während der Ausstoß an Schwefeldioxid,
Ruß- und anderen Partikeln um nahezu
100 Prozent zurückgeht. Und da der Straßenverkehr
in Deutschland an der gesamten Luftverschmutzung
einen Anteil von rund 70 Prozent
hat, könnten diese Belastungen durch den
vermehrten Einsatz von Erdgas-Kfz deutlich
gesenkt werden. Außerdem würde dies die Bemühungen
Deutschlands nach einer Senkung
der Kohlendioxid-Emissionen unterstützen, zu
denen es sich im Rahmen des Kyoto-Protokolls
verpflichtet hat. Zusammen mit weiteren Vorteilen,
wie etwa dem durch eine geringere Mineralölsteuerbelastung
begünstigten Gaspreis, hat dies zu einer hohen Akzeptanz von Erdgasfahrzeugen
geführt, wie die Zulassungszahlen zeigen.
Gab es im Januar 1998 in Deutschland nur
etwa 2.100 Erdgas betriebene Fahrzeuge, stieg
deren Zahl bis zum Anfang dieses Jahres auf
annähernd 20.000. Und diese Akzeptanz wäre
möglicherweise noch höher ausgefallen, wenn
nicht so manchen potenziellen Käufer der etwas
anspruchsvollere Betankungsprozess abgeschreckt
hätte. Denn im Gegensatz zum Tanken
von Flüssigkraftstoffen, für das man nur eine
Hand benötigt, ist das Auftanken eines Erdgasfahrzeuges
bisher im ersten Moment ungewohnt:
Für das Verbinden der Zapfkupplung mit der
Tankkupplung des Fahrzeuges sowie deren
Verriegelung durch Drehen eines Hebels werden
nämlich beide Hände gebraucht.
Mit der von der Firma WITT-Gasetechnik GmbH
& Co. KG aus Witten entwickelten, weltweit ersten
Einhand-Erdgas-Zapfpistole sollen diese
Umstände nun der Vergangenheit angehören,
denn mit dieser Innovation lassen sich nun auch
Erdgasfahrzeuge wie gewohnt mit nur einer
Hand betanken: Zapfpistole der Tanksäule entnehmen,
in den Tankstutzen stecken und Pistolenventil
öffnen – fertig. Möglich macht diese
unkomplizierte Handhabung eine neuartige
Zapfkupplung der Pistole, die die gesamte Technik
für den sicheren Fahrzeuganschluss und eine
bequeme Einhand-Bedienung integriert.
Auch das Design der Pistole sowie ihre Aufhängung
an der Tankstellensäule sind ähnlich wie
die für Flüssigkraftstoffe gestaltet. Dadurch müssen
Tankstellenbetreiber ihre Zapfsäulen für die
Aufnahme der Erdgas-Zapfpistole von WITT
nicht extra umrüsten.
Für die nötige Sicherheit ist ebenfalls gesorgt.
Denn auf Grund einer festgelegten sequenziellen
Abfolge der inneren Ventilsysteme der Erdgas-
Zapfpistole soll eine Fehlbedienung durch
den Tankkunden ausgeschlossen sein.
Ausgelegt wurde das System für 100.000 Betankungsvorgänge,
was einer wartungsfreien Bedienung von rund drei Jahren entspricht.
Darüber hinaus lässt sich die Erdgas-Zapfpistole
bei Bedarf auch für eine Betankung mit Wasserstoff,
der ebenfalls als Treibstoff der Zukunft gilt, adaptieren.
Die Jury würdigte mit der Prämierung dieses Projektes vor allem dessen
Potenzial, eventuellen Vorbehalten bei potenziellen Käufern gegen Erdgasfahrzeuge
wegen des bisher aufwändigeren Betankungsvorgangs nun wirksam begegnen
zu können. In der Folge führe dies zu einer noch größeren Akzeptanz von Erdgasfahrzeugen,
wovon letztlich die Umwelt am meisten profitiere.

